Donnerstag, 23. Mai 2013

Filmkritik: Star Trek Into Darkness

Gestern war wieder einmal Kinomontag ... Moment gestern war doch Mittwoch, irgendwas stimmt hier nicht. Ach ja, da war ja ein Feiertag am Montag und deshalb sind wir erst am Mittwoch in den Kinomontag gegangen. Diesmal - nachdem sich ein Teil den Film schon letzte Woche angeschaut hatte - gab es den neuen Star Trek Film: Into Darkness


Gleich eins vorweg, die Filmkritik enthält Spoiler, da ich annehme, dass die meisten, die den Film sehen wollen dies bereits getan haben und die Spoiler eigentlich auch schon überall nachzulesen sind (inkl. auf Wikipedia).

Die Crew der Enterprise ist zurück und man wird als Zuschauer gleich in eines ihrer Abenteuer verstrickt. Auf einem auffallend roten Planeten versuchen Kirk, McCoy und Spock die Ureinwohner zu retten, in dem sie einen auszubrechenden Vulkan still legen wollen. Dies natürlich ohne die oberste Direktive zu verletzen, wie Spock mehrfach und lästigerweise erwähnt. Dass hier nicht alles so glatt geht wie erwartet ist klar und so endet das Ganze damit, dass die Enterprise als neue Gottheit der Ureinwohner verehrt, Spock auf ein anderes Raumschiff versetzt und Kirk wieder zurück auf die Schulbank geschickt wird.

Doch dann passiert es, ein Terroranschlag - wie originell, hatten wir schon lange nicht mehr - in London lässt die Sternenflotte aufhorchen. Als Täter wird schnell der charismatische John Harrison entlarvt. Dieser ist nicht faul und greift als nächsten Schritt die militärische Führung der Sternenflotte bei deren Krisensitzung zu seinem Anschlag an und töten viele Anwesende. Kirk kann ihn aber in die Flucht schlagen und wird dann beauftragt den Terroristen zur Strecke zu bringen.

Soweit einmal die Vorgeschichte, die man auch aus den Trailern ganz gut erkennen konnte. Ab jetzt wird aber gespoilert - letzte Warnung!

Bei der Jagd auf den Terroristen John Harrison auf die Heimatwelt der Klingonen ergibt sich dieser plötzlich, als er erfährt wie viele - high-tech-super-geheimen - Torpedos der Enterprise auf ihn gerichtet sind. Beim Verhör gibt er dann zu wer er wirklich ist und was seine Motivation für die Anschläge war. Just in diesem Moment tritt der Böse auf den Plan und Kirk und Harrison müssen zusammen arbeiten um das Schlimmste zu verhindern.

Mehr will ich jetzt auch nicht zum Inhalt sagen - und ja, sehr viel gespoilert ist es bis jetzt noch immer nicht.

Nun zum Film. Auf der einen Seite war er unterhaltsam, ein Action Spektakel mit sehr vielen Lichtquellen, die den Zuschauer während des Filmes ausgeleuchtet haben. Dies ist aber ein Markenzeichen von Regisseut J.J. Abrams und da kann man nichts machen. Als Star Trek Fan war ich etwas enttäuscht von dem Film. Meiner Meinung nach ist der Film als zweiter Teil eines Pilots zu einem anderen - noch ungenannten - Projekt zu sehen. Das Ende ist geradezu predestiniert als Beginn einer neuen Fernsehserie zu fungieren. Leider denke ich, dass aber genau das nicht eintreten wird, da der Cast des Filmes vermutlich nicht für ein solches Projekt zur Verfügung stehen wird bzw. für eine Fernsehserie ein zu hohes Budget bedeuten würde. Daher hier schon mal der erste Kritikpunkt.

Als zweites muss ich bemerken, dass sich die Story - wenn gleich auch durchaus schlüssig - wie eine FanFic Geschichte abspielt. Es kommen viele Elemente vor, die nur eingeschfleischten Star Trek Fans etwas sagen (Section 31, Tribbles, das Aussehen der Klingonen) und daher einem breiten Publikum verborgen bleiben. Doch selbst als Fan des Universums muss ich sagen, dass ich damit nicht zufrieden bin. Für mich macht es einen zu zusammengemixten Eindruck, der nicht notwendig gewesen wäre und der mich auf der anderen Seite auch nicht wirklich mehr ins Star Trek Universum führt.

Dann wäre da die Geschichte um John Harrison und seiner wahren Identität. Lange gut gehütet, doch dann nach der Premiere schon bald überall im Internet zu lesen. Ich habe kein direktes Problem mit dieser Entwicklung der Story. Doch finde ich die Motivation des Charakters etwas seltsam. Und hier komme ich wieder zu einem Spoiler, wer das nicht wissen will, der soll den nächsten Absatz lesen. John Harrison ist ein abtrünniger Section 31 Agent und als solcher begeht er terroristische Anschläge im Auftrag seines Vorgesetzten, der gerne mal Krieg spielen will - egal gegen wen. Daher flüchte der Terrorist nach Kronos (klingonische Heimatwelt) und provoziert die Sternenflotte unter der Leitung der Enterprise zu einem Vordringen in klingonischen Raum, was als Kriegserklärung gesehen werden kann. Soweit so gut, doch dann stellt sich heraus, dass John Harrison zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr seinem Vorgesetzten treu war und sich eigentlich an ihm rächen will. Daher macht die Flucht nach Kronos unter diesem Aspekt keinen Sinn mehr, denn John Harrison gibt seinem Vorgesetzten genau das was er will und das ist wohl kaum in seinem Interesse, vor allem da er die Flucht dorthin schon vorher geplant haben musste, als er noch genug Zeit dazu hatte.

Die schauspielerische Leistung der Besetzung ist mäßig bis ausgezeichnet (Benedict Cumberbatch). Wir haben das dynamische Duo Kirk und Spock, die nicht müde sind immer wieder dasselbe einander zu sagen, bis auch der letzte Zuschauer versteht was sie meinen und wie sie zueinander stehen. Dann wäre da Pille (McCoy), der seine Sprüche "Ich bin ein Arzt und kein ..." anbringt wann immer möglich. Scotty wird in diesem Film zum Comic Relief und verzerrt den Film in eine Slapstick Richtung, die mir überhaupt nicht gefällt. Und dann natürlich John Harrison, der mit seiner - auch in der deutschen Synchronfassung - großartigen Stimme und bedachter Sprache den restlich Cast an die Wand spielt.

Zur Technik des Filmes, er ist es nicht wer in 3D zu sehen und wir waren froh die 2D Version gewählt zu haben. Weiters sind Sonnenbrillen von Vorteil (Scherz), weil die Lichtquellen durch den Film die Zuschauer blenden und ablenken. Ich denke Mr. Abram hat diesmal etwas übertrieben und wird sich hoffentlich beim nächsten Star Wars Film etwas zurückhalten.

Fazit: ein kurzweiliger Science Fiction Film, der mich allerdings - ob der oben genannten Dinge - nicht wirklich begeistert hat, wie er es eigentlich für einen Star Trek Film hätte machen müssen. Schade drum, aber wie die Geschichte der Star Trek Filme zeigt, ein guter und ein schlechter Film wechseln sich meist ab. In diesem Sinne warten wir einfach bis zum nächsten Film.


Zum Schluss noch ein Bild von der Süßigkeit des Tages, nachdem ich gestern gerügt worden bin, dass es zu wenig Fotos im Blog gibt:


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